03.07.2016

Insulinresistenz - wenig beachtet und mit tödlichen Folgen

Eine überschießende Insulinantwort (Hyperinsulinämie) auf in die Blutbahn eintretende Glukose löst bei unserer zucker- und stärkereichen Standardernährung eine Krankheitsentwicklung aus, welche von Insulinresistenz über vaskuläre Erkrankungen zu Übergewicht und chronisch erhöhten Blutzuckerwerten führt.

Die Kausalkette in der Ausbildung einer Vielzahl von Gefäßerkrankungen durch einen zu hohen Insulinspiegel (Insulinresistenz) sollte spätestens seit Ende der 1970er Jahre allen Ärzten bekannt sein. Doch dies ist keineswegs der Fall.  





Dr. Robert W. Stout, Professor für geriatrische Medizin an der Queens University in Belfast hatte als erster den Zusammenhang von hohem Insulinspiegel und Atherosklerose festgestellt. In einer Veröffentlichung schrieb er 1977: "die arterielle Wand ist ein insulinsensibles Gewebe. Tierexperimente haben gezeigt, dass Blutgefäße, welche ständig hohen Konzentrationen von Insulin ausgesetzt sind, fettgefüllte Läsionen entwickeln, welche einer frühen Atherosklerose ähnlich sind. Insulin hat die Eigenschaft, Änderungen in der Arterienwand zu unterstützen, welche langfristig zu Atherosklerose führen." In einer weiteren Veröffentlichung: "Gefäßerkrankungen gehören zu den häufigsten und schwerwiegendsten chronischen Komplikationen von Insulinresistenz. Insulinresistente Diabetiker haben ein großes Risiko für Erkrankungen der großen Arterien, besonders denjenigen, welche das Myocardium (Herzmuskel), das Gehirn, die unteren Extremitäten, die Kapillaren der Retina und den Glomerulus (kleine Gefäß- und Nervenknäuel der Nieren) versorgen. Diese machen den großen Anteil der klinischen Fälle aus." An anderer Stelle schreibt er: "es gibt wenige Hinweise, dass Atherosklerose direkt von Hyperglykämie verursacht wird. Der allgemein geringe Zusammenhang zwischen einem erhöhten Blutzuckerspiegel und vaskulären Erkrankungen deutet darauf hin, dass hier ein anderer Faktor wirkt. Es wurde festgestellt, dass Insulin das Zellwachstum des weichen Muskels und die Fettsynthese in der Arterienwand stimuliert."


Atherosklerose

So der Stand der Wissenschaft Ende der 1970er Jahre. In den 1990er Jahren belegten Forschungsergebnisse, dass Hyperinsulinismus-Insulinresistenz Funktionsstörungen des Endotheliums auslöst. Das Endothelium ist die mikroskopisch dünne, dem Blut zugewandte Zellmembran aller großen, kleinen und sehr kleinen Blutgefäße. Das Endothelium regelt insbesonders den freien Blutfluss, den Gefäßtonus und die Gefäßpermeabilität. 

Dr. Joseph R. Kraft aus Chicago stellte anhand von mehr als 3000 Obduktionen vor 1995 fest, dass ein ständig erhöhter Insulinspiegel (Insulinresistenz) überall im Organismus das Endothelium schädigt und Gefäßerkrankungen auslöst, lange bevor diabetische Blutzuckerwerte auftreten.  

Diese und andere Forschungsergebnisse hätten schon vor spätestens 20 Jahren zu einem Paradigmenwechsel in der Diabetestherapie führen müssen. Die negativen Auswirkungen einer zu hohen Insulinkonzentration im Blut hätten als ebenso wichtig, wie diejenige von erhöhtem Blutzucker in der Pathologie von Diabetes betrachtet werden müssen. Dies geschieht bis heute nicht, weswegen die meisten Endokrinologen den von Dr. Kraft entwickelten Glukosetoleranztest mit Insulinbestimmung entweder nicht kennen oder nicht für wichtig erachten. 

So treibt unsere Schulmedizin weiterhin den Teufel Hyperglykämie mit dem Belzebub Hyperinsulinismus aus und schafft es, selbst Typ-1-Diabetikern zu Insulinresistenz, Übergewicht und schwerwiegenden Gefäßerkrankungen zu verhelfen. Was soll man dazu sagen?

So ist es wohl am besten, seine Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen, dort wo man sie am wirkungsvollsten beeinflussen kann. Dies ist eine Ernährung, welche den Insulin- und Blutzuckerspiegel dauerhaft niedrig hält und ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Keinesfalls ist dies die kohlenhydratreiche, fettarme "gesunde Mischkost" mit 3 Haupt- und 3 Zwischenmahlzeiten täglich, welche die Deutsche Gesellschaft für Ernährung und die Deutsche Diabetes Gesellschaft propagieren. 

Gesund hält uns eine vollwertige Kost mit maximal 3 Mahlzeiten täglich aus naturbelassenen, nährstoffreichen Lebensmitteln, mit möglichst wenig Zucker und Stärke (und diese nur in Verbindung mit ihren natürlichen Ballaststoffen), moderat Eiweiß und viel natürlichem Fett. Eine fettreiche Kost mit reichlich ballaststoffreichen Gemüsen, Salaten und Kräutern ist schmackhaft, sättigend und sorgt für einen niedrigen Insulin- und Blutzuckerspiegel. Hierfür ist der menschliche Metabolismus gemacht. 

Es ist richtig, dass der Verzicht auf Süßspeisen, Schokolade, Konfitüre, Limonaden, Fruchtsäfte, Bier, Likör, Kuchen und Gebäck, Frühstücksflocken, Pizza, Pommes Frittes, Pasta, Brot und Brötchen heftige Entzugserscheinungen auslösen kann. Glücklicherweise gibt es andere Freuden im Leben, welche wir kultivieren können, ohne unsere Gesundheit zu ruinieren.

26.06.2016

Insulin - wofür eigentlich?


Wozu braucht unser Körper eigentlich Insulin? - Dumme Frage, natürlich um den Blutzucker zu senken. Doch ist dies wirklich die Hauptsache? Die wichtigste Aufgabe von Insulin besteht darin, Energie zu speichern und wieder freizusetzen. Ohne diese Fähigkeit hätte die Menschheit nicht überlebt; denn all unsere Vorfahren mussten Hungerzeiten überstehen.

Das Verdauungssystem spaltet schon die nicht-süßen, komplexen Zuckermoleküle (Stärke) in Glukose auf, welche dann in die Blutbahn diffundiert. Die Bauchspeicheldrüse produziert daraufhin Insulin, welches einen Teil der Glukose zum sofortigen Verbrauch in die Zellen leitet und den Rest als Glykogen in der Leber und im Muskelgewebe speichert.

Unser Körper kann nur wenig Glykogen bevorraten, gerade einmal genug für einen Tag. Wenn der Glykogenspeicher gefüllt ist, der Blutzuckerspiegel steigt, wandeln die Leber Zucker in Fett um und transportiert es mit Hilfe von Insulin in die Fettzellen.

Insulin gehört zu den ersten Hormonen, welche in der Evolution der lebenden Organismen entstanden. Viele Hormone folgten später. Dies erklärt, dass Insulin eine Art Leithormon ist und eine Insulin-Stoffwechselstörung andere Hormonstörungen auslöst. Deswegen ist ein gesunder Insulin-Stoffwechsel so wichtig für eine gute Gesundheit. 

Eine der häufigsten und in ihren Auswirkungen stark unterschätzte Hormonstörung ist Hyperinsulinämie gepaart mit Insulinresistenz. Dies ist eine zu starke Insulinantwort auf Glukose und die Resistenz der Zellen gegenüber Insulin, welche Glukose in sie einschleusen will. Jede Zelle des Körpers wird mit jedem einzelnen Kontakt mit Insulin ein wenig resistenter. So ist Insulinresistenz Teil des natürlichen Alterungsprozesses und bei alten Menschen normal.

Gar nicht normal ist, dass immer mehr Jugendliche, Kinder, ja sogar Kleinkinder, eine starke Insulinresistenz und Hyperinsulinämie ausbilden. Dies liegt nicht an genetischen Veränderungen, auch nicht daran, dass die junge Generation auf der faulen Haut liegt und sich der Völlerei hingibt. Es liegt einzig und allein an einer viel zu zucker- und stärkereichen Ernährung, für welche fehlende Aufklärung und Unwissen der Eltern und das Überangebot an zuckerhaltigen Getränken und Fertigspeisen verantwortlich sind. 

Wenn eine werdende Mutter hauptsächlich zucker- und stärkereiche Speisen isst, sie schon Insulinresistenz entwickelt hat und deswegen ihr Insulinspiegel dauerhaft erhöht ist, entwickelt sich schon im ungeborenen Kind Insulinresistenz. So geht die Veranlagung zu Hyperinsulinämie-Insulinresistenz auf die nächste Generation über, ohne einen genetischen Ursprung zu haben. Diese Kinder haben ein sehr hohes Geburtsgewicht, neigen dann ihr Leben lang zu Übergewicht, kardiovaskulären Erkrankungen und Diabetes. Sogar noch schlimmer, wenn das ungeborene Kind ein Mädchen ist, bilden schon ihre Eier Insulinresistenz aus und es gibt die werdende Mutter die Veranlagung zu dieser Stoffwechselstörung an die Enkelgeneration weiter.

Insulin speichert nicht nur Zucker und transportiert nicht nur Fett, es bildet auch Muskelmasse und speichert Protein. Weniger bekannt ist, dass Insulin auch Magnesium speichert. Doch wenn unsere Zellen insulinresistent geworden sind, können sie Magnesium kaum mehr bevorraten und wir scheiden es mit dem Urin aus. Die Blutgefäße ziehen sich zusammen, der Blutdruck steigt. Hyperinsulinismus hält viel Kochsalz und Flüssigkeiten zurück, was den Blutdruck und das Risiko für Herzinsuffizienz erhöht.

Ein hoher Insulinspiegel ist ein sehr starker Stimulator des sympathischen Nervensystems. Welche Auswirkungen hat dies auf unser Herz? Jedenfalls keine guten. Eine solide medizinische Studie hat gezeigt, dass ein Herzinfarkt 2 bis 3 mal häufiger nach einem stark zucker- und stärkehaltigen Mahl auftritt und nicht nach einem fettreichen. Verständlich, da die gewaltige Insulinspitze nach dem kohlenhydratreichen Festmahl sofort den Sympathikus triggert, dadurch Krämpfe in den Arterien auslöst oder sie zusammenzieht. Nicht ohne Grund weiß der Volksmund: "es ist nichts schwerer zu ertragen, als eine Reihe von guten Tagen." Was zumindest in unserer Gesellschaft viele süße Speisen vermischt mit viel Fett heißt. Schon die Leckereien in der Adventszeit sind eine wahre Zucker-Fettorgie und Ostern eine Milchschokoladen-Orgie.

Unsere Zellen bilden Insulinresistenz aus, um sich vor den schädlichen Folgen von zu viel Insulin zu schützen. Sie schließen ganz einfach ihre Pforten. Tuen wir nicht genau dasselbe, wenn dauernder Straßenlärm gegen unsere Wohnung anbrandet? Türen und Fenster zu, ist die erste Reaktion. Genau so agieren unsere Zellen, wenn zu viel Insulin gegen sie anbrandet. Sie reagieren dabei wie Menschen: die Einen sofort, andere später und noch andere nie. Das Endothelium, die innere Auskleidung aller großen, kleinen und sehr kleinen Blutgefäße reagiert nie, weswegen ein ständig hoher Insulinspiegel großen Schaden in allen Blutgefäßen im gesamten Organismus anrichtet. Hyperinsulinismus ist deswegen die Ursache aller kardiovaskulären Erkrankungen.

Was passiert, wenn meine Bauchspeicheldrüse besonders tüchtig Insulin produziert? Meine Zellen werden immer resistenter, die einen schneller, die anderen langsamer. Meine Fettzellen eher langsamer, weswegen ich prächtig zunehme, bis ich kugelrund bin. Mein Blutzucker bleibt dank des hohen Insulinspiegels im Normalbereich. Doch irgendwann einmal schafft die Bauchspeicheldrüse nicht mehr, den immer größeren Insulinbedarf zu decken. Jetzt steigt der Blutzucker an, Typ-2-Diabetes manifestiert sich. 

Wäre es nicht besser, meine Bauchspeicheldrüse hätte schon früher die Überproduktion eingeschränkt? Dann hätte sich der Diabetes früher manifestiert, als ich noch rank und schlank war. Und tatsächlich geschieht dies bei etwa 40% der Typ-2-Diabetiker. Ja, vielleicht wäre es tatsächlich besser, vorausgesetzt man reagiert in dieser Situation richtig und stellt seine Ernährung radikal auf eine strikt zucker- und stärkearme  Kost um. Wir Menschen sind nicht auf Zucker aus der Nahrung angewiesen; denn eine gesunde Leber produziert die genau richtige Menge an Glukose aus den Fettreserven.

Unser Körper benötigt Eiweiß aus der Nahrung, doch nur 50-80 Gramm pro Tag, wenn wir nicht gerade körperliche Schwerstarbeit verrichten. Alles was darüber hinausgeht, wandelt die Leber in Zucker um.

Fett ist unsere beste Nahrungsquelle. Es erhöht den Insulinspiegel kaum und ist der ideale Energielieferant. Am liebsten verbrennt unser Körper Fette, die unseren eigenen ähnlich sind. Das sind Fette von artgerecht ernährten Tieren. Zum Beispiel Butter aus Rohmilch von Weidekühen, Fett von Weiderindern und Schafen, Schweine-, Enten- und Gänseschmalz, Eigelb von Freilandhühnern, fetter Wildfisch, Fischöl, Lebertran. Auch tropische Pflanzenfette, wie kaltgepresstes Kokosöl und Palmkernöl, tuen uns gut, ebenfalls das Öl in Nüssen und in Avocados, nicht zu vergessen kaltgepresstes Olivenöl und in kleineren Mengen frisch gepresstes Leinsamenöl. Industriell hergestellte, denaturierte Pflanzenöle und -fette, wozu auch Margarine gehört, sind dagegen Gift für unseren Organismus.

Kohlenhydrate tun uns gut, wenn ein großer Teil von ihnen Ballaststoffe sind. Dies gilt generell für über der Erde wachsende Gemüse, Salate und Kräuter, welche mit reichlich natürlichem Öl oder Fett angerichtet, lange sättigen und gut schmecken. Dagegen enthalten Wurzelgemüse, beispielsweise Kartoffeln, zu viel Stärke. Es heißt, dass Vollkornbrot viele Ballaststoffe enthalte und Diabetiker es deswegen unbedenklich verzehren können. Dies ist ein Irrtum. Industriell hergestelltes Vollkornbrot erhöht den Blutzucker- und Insulinspiegel fast genauso stark wie Weißbrot, weil die heutigen Mehle derart fein gemahlen sind, dass ihre schnelle Verdauung den Blutzucker- und Insulinspiegel sofort in schwindelerregende Höhen jagt.  

Insulinresistenz entsteht dann, wenn sich ständig viel Insulin im Blut befindet. Wenn wir dafür sorgen, dass nicht andauernd Insulin ausgeschüttet wird, indem wir lange Pausen zwischen den Mahlzeiten einhalten, verbessert sich unsere Insulinsensibilität. Maximal drei, besser nur zwei wohlschmeckende Mahlzeiten täglich, welche wir an einem gedeckten Tisch und in Ruhe zu uns nehmen, verbessern den Diabetes schon sehr deutlich. 

Intermittierendes Fasten, beispielsweise alle zwei oder drei Tage ein Fastentag, oder von Zeit zu Zeit eine Fastenkur von einer Woche oder länger können Wunder wirken.

Hält man sich an diese Maßnahmen, bestehen gute Chancen, dass ein tiefgreifender Gesundungsprozeß einsetzt. Vormals vom vielen Insulin unterdrückte Hormone entfalten wieder ihre gute Wirkung. Nicht selten baut sich Übergewicht ganz nebenbei ab.

Mit der Gesundung kommen Lebenskraft und Lebensfreude zurück, mit ihnen die Freude an Bewegung und bei etwas Glück auch andere Freuden. Der Mensch ist wieder Mensch und kein Patient. 



  

03.06.2016

Frühdiagnose von Insulinresistenz


Dr. Joseph R. Kraft:

"diejenigen unter uns mit einer Herz-Kreislauferkrankung,
welche nicht als Diabetiker identifiziert wurden…
wurden ganz einfach nicht diagnostiziert"

"Alle Veröffentlichungen, die Hyperinsulinämie nicht als
Ursache für Herz-Kreislauferkrankungen identifizieren,
sind unvollständig."


Es ist eine alte Tradition, dass die Schulmedizin ihre Paradigmen sehr ungern in Frage stellt. So erstaunt es nicht, dass die Vertreter der offiziellen Diabetesgesellschaften die Forschungsergebnisse des Pathologen Dr. Joseph Kraft wenig beachten, der schon 1975 eine Testmethode vorstellte, welche Diabetes im frühen Entwicklungsstadium diagnostiziert.

Für den bekannten Glukose-Toleranztest misst man seit 1921 die Konzentration des Blutzuckers vor und nach Einnahme einer bestimmten Menge flüssiger Glukose. Dr. Kraft erweiterte 1972 diesen Test, indem er vor und 1/2-1-2-3-4-5 Stunden nach Einnahme von 100 g flüssiger Glukose die Konzentration von Glukose und Insulin im Blut misst. In 14.384 Testreihen, welche er von 1972-1998 im St. Joseph Hospital in Chicago durchgeführt hatte, zeigten sich fünf typische Insulin-Verlaufsmuster.





Verlaufsmuster 1: die Insulinantwort startet von einem Nüchtern-Insulinspiegel von weniger als 10 Mikroeinheiten/mL und erreicht ihren Höhepunkt von ca. 60 Mikroeinheiten/mL etwa 1/2-1 Stunde nach Einnahme der Glukose, um danach wieder auf das niedrige Grundniveau zu sinken. Beispiel für eine gesunde Insulinantwort bei fast immer normalen Blutzuckerwerten. 

Verlaufsmuster 2: die Insulinantwort startet von einem Nüchtern-Insulinspiegel von etwas über 10 Mikroeinheiten/mL und erreicht ihren Höhepunkt von ca. 120 Mikroeinheiten/mL später als 1 Stunde nach Einnahme der Glukose, um wieder auf das Grundniveau zu sinken. Beispiel für Hyperinsulinämie mit Insulinresistenz bei zumeist normalen Blutzuckerwerten.

Verlaufsmuster 3: die Insulinantwort startet von einem Nüchtern-Insulinspiegel von etwas über 10 Mikroeinheiten/mL und erreicht ihren Höhepunkt von ca. 130 Mikroeinheiten/mL später als 2 Stunden nach Einnahme der Glukose, um wieder auf das Grundniveau zu sinken. Beispiel für Hyperinsulinämie mit Insulinresistenz bei zumeist diabetischen Blutzuckerwerten.  

Verlaufsmuster 4: die Insulinantwort startet von einem hohen Nüchtern-Insulinspiegel von ca. 60 Mikroeinheiten/mL und erreicht ihren Höhepunkt von ca. 180 Mikroeinheiten/mL später als 2 Stunden nach Einnahme der Glukose, um wieder auf das überhöhte Grundniveau zu sinken. Beispiel für ausgeprägte Hyperinsulinämie mit Insulinresistenz bei zumeist diabetischen Blutzuckerwerten.

Verlaufsmuster 5 (gestrichelt): die Insulinantwort startet von einem niedrigen Nüchterninsulinspiegel von 5 Mikroeinheiten/mL und erreicht ihren Höhepunkt von ca. 15 Mikroeinheiten 1 Stunde nach Einnahme der Glukose. Beispiel für Insulinmangel. Zumeist manifester Typ-1-Diabetes.



Grafik 1 zeigt Durchschnittswerte des Insulinverlaufs von fast 15.000 Glukose-Toleranztests, welche Dr. Kraft und seine Mitarbeiter durchgeführt hatten. Innerhalb der einzelnen Muster gibt es mehr oder weniger ausgeprägt hohe Insulinspitzen. 

Grafik 2  zeigt typische Blutzuckerverläufe nach dem Glukose-Toleranztest. 

Das schockierende Ergebnis der fast 15.000 Testreihen von Dr. Kraft und seinen Mitarbeitern: weniger als 25% der getesteten Personen mit normalem Nüchtern-Blutzucker von weniger als 100 mg/dL und normalem Blutzuckerverlauf des Glukose-Toleranztests (Grafik 2) zeigten eine gesunde Insulinantwort entsprechend dem Verlaufsmuster 1 von Grafik 1. Mit der Messung des Blutzuckerverlaufs allein -wie auch heute noch allgemein üblich- wären 75% der Testpersonen als stoffwechselgesund diagnostiziert worden, welche es eindeutig nicht sind. 

Dr. Kraft konnte belegen, dass Hyperinsulinämie mit Insulinresistenz die treibende Pathologie von Typ-2-Diabetes ist. Schon eine späte und erhöhte Insulinantwort auf den oralen Glukose-Toleranztest bedeutet selbst bei normalen Blutzuckerwerten, dass sich Insulinresistenz im Organismus eingenistet hat. Diesen Zustand nannte er "Diabetes in situ" oder "versteckter Diabetes". 

Zwischen dem Beginn der Krankheitsentwicklung und einem manifesten Typ-2-Diabetes vergehen oft Jahrzehnte, in welchen die Werte von Nüchtern-Blutzucker, Langzeit-Blutzucker und der orale Glukose-Toleranztest keine Auffälligkeiten zeigen und die getestete Person als stoffwechselgesund gilt. Ein fataler Irrtum. 

Anhand der Ergebnisse von mehr als 3000 Obduktionen konnte Dr. Kraft belegen, dass ein ständig erhöhter Insulinspiegel schon bei normalen Blutzuckerwerten das Endothel aller Blutgefäße des Organismus schädigt. Das Endothel ist die innerste Schicht aller großen, kleinen und kleinsten Blutgefäße. Diabetes äußert sich deswegen lange vor dem Auftreten von erhöhten Blutzuckerwerten als vaskuläre Pathologie. 

Resultat: chronisch entzündete Blutgefäße, Herzinfarkt, Schlaganfall, Atherosklerose, Bluthochdruck, Nervenschädigungen, Durchblutungsstörungen, Erektionsstörungen, nicht-heilende Wunden an Füßen und Beinen, Amputationen, Augenerkrankungen, Netzhautablösung, Nierenerkrankungen, chronisches Nierenversagen, Schädigungen des vegetativen Nervensystems und anderes mehr.

Viele Ärzte ignorieren diese Zusammenhänge. Dies erklärt, weswegen sie den oralen Glukose-Toleranztest mit Insulinbestimmung kaum verschreiben, obwohl er sehr viel früher und aussagekräftiger als jeder andere Test eine Störung des Glukose-Stoffwechsels dokumentiert. Ebenfalls scheinen sie zu ignorieren, dass ein ständig erhöhter Insulinspiegel schwerwiegende vaskuläre und kardiovaskuläre Erkrankungen auslöst. Wie sonst könnten sie eine Insulintherapie verschreiben, ohne vorher geprüft zu haben, ob nicht ein ausgeprägter Hyperinsulinismus vorliegt, bei welchem noch mehr Insulin das Sterberisiko deutlich erhöht.

Bekanntlich verstärkt ein hoher Insulinspiegel den Fettaufbau und blockiert den Fettabbau. So müsste bei einem fettleibigen Patienten grundsätzlich überprüft werden, ob und wie stark er von Hyperinsulinämie-Insulinresistenz betroffen ist. Dies ist selten der Fall.

Mit den Forschungsergebnissen von Dr. Kraft sind die Richtlinien für eine kohlenhydratreiche, fettarme "gesunde Mischkost" für Diabetiker, welche die Internationale Diabetes Federation, die nationalen Diabetes Gesellschaften und die World Health Organisation propagieren, spätestens seit 1975 unhaltbar. Denn es ist der hohe Anteil an hochverarbeiteten zucker- und stärkereichen, zucker-fetthaltigen Speisen und die kurzen Zeitabständen zwischen den Mahlzeiten dieser mittlerweile globalisierten "westlichen" Standardernährung, welche Hyperinsulinämie mit Insulinresistenz antreiben und der Menschheit chronische Krankheiten in bislang unbekanntem Ausmaß bescheren. 

Die Pathogenese beginnt mit einer unscheinbaren Stoffwechselstörung, einer überschießenden, zeitverzögerten Insulinantwort auf Glukose, welche sich bei zucker- und stärkereicher Kost schleichend und unerkannt zu einer ausgeprägten Hyperinsulinämie mit Insulinresistenz auswächst, bei den Einen frühzeitig Fettleibigkeit aufbaut, bei anderen frühzeitig alle Blutgefäße schädigt, bei wieder anderen chronisch überhöhte Blutzuckerwerte verursacht. 

Wie viele Menschen, welche sich für kerngesund halten, sterben in relativ jungen Jahren an einem Herzinfarkt oder einem Gehirnschlag, weil ein ständig hoher Insulinspiegel ihre Blutgefäße angegriffen hatte? Es sind hunderttausende. Wer von uns ist sich über die schwerwiegenden Konsequenzen eines überhöhten Insulinspiegels bewusst? Ich war es die längste Zeit meines Lebens nicht. Mein Diabetologe ist es heute noch nicht, ihn interessieren allein die Blutzuckerwerte.

Dr. Kraft hatte früh erkannt, dass der Blutzuckerverlauf des Glukose-Toleranztests ohne Kenntnis des Insulinverlaufs wenig Aussagekraft hat und die beginnende Entwicklung von Diabetes in den meisten Fällen nicht diagnostiziert. 

So stellte er fest: "bei Vorträgen auf Herz-Kreislauf Kongressen werden kardiovaskuläre Erkrankungen als Risikofaktor für Diabetes bezeichnet. Die häufigsten Pathologien von Hyperinsulinämie mit Insulinresistenz, Typ-2-Diabetes, sind Athero-Arteriosklerose, Herz-Kreislauf Erkrankungen, Gefäßerkrankungen des Gehirns, Bluthochdruck, Nierenerkrankungen und -versagen, Netzhautablösung, periphere und zentrale Neuropathien, erektile Dysfunktion. Diese Pathologien entstehen schon, wenn die Blutzuckerwerte im Normalbereich sind. Die Pathologien von Diabetes sind keine Risikofaktoren. Sie sind klinische Pathologien von Diabetes! Wenn Sie eine der Pathologien von Diabetes haben, sind Sie Diabetiker und zwar unabhängig von ihrem Blutzuckerstatus."

Es gibt kein Medikament, welches den Teufelskreis von Hyperinsulinämie und Insulinresistenz mit seinen fatalen Folgen verhindert. Dies schafft nur eine Ernährungsweise, für welche der menschliche Metabolismus geschaffen ist. Dies bedeutet kaum Zucker, wenig Stärke, moderat Eiweiß und viel natürliches Fett aus naturbelassenen, nährstoffreichen Lebensmitteln. Da hat Typ-2-Diabetes kaum eine Chance.

Bei einer leichteren und mittelschweren Hyperinsulinämie und Insulinresistenz (Muster 2 und 3 von Grafik 1) normalisieren sich überhöhte Blutzuckerwerte in der Regel allein mit einer LCHF-Ernährungsweise. Bei ausgeprägtem Hyperinsulinismus (Muster 4 von Grafik 1) hat der hohe basale Insulinspiegel immer Fettleibigkeit aufgebaut, nicht selten über Jahrzehnte. Hier reicht die Ernährungsumstellung allein oft nicht aus. Erst mit intermittierendem Fasten oder mit längeren Fastenkuren gelingt es, den hohen basalen Insulinspiegel nachhaltig abzusenken. Erst dann kann sich Fettleibigkeit abbauen, der manifeste Diabetes remittieren und die Risiken für schwerwiegende Gefäßerkrankungen zurückgehen. 

Etliche medizinische Labore bieten den oralen Glukose-Toleranztest mit Insulinbestimmung an. Dieser Test muss gut vorbereitet werden, z.B. muss man sich während der 3 letzten Tage kohlenhydratreich (300 g/Tag) ernähren, morgens nüchtern erscheinen und mindestens 3 Stunden für die Blutabnahmen einrechnen. Die gesetzlichen Krankenkassen ersetzen die Laborkosten von ca. 170 €  nicht.

Auf der Titelseite seines Buches "Diabetes Epidemic and You" fragt Dr. Joseph R. Kraft: "sollte sich jeder testen lassen?" Und gibt die Antwort: " Absolut nicht! Nur diejenigen, die sich Gedanken über ihre Zukunft machen!" 

Leider liegt dieses leicht verständlich geschriebene Buch von etwas über 100 Seiten nicht in deutscher Übersetzung vor. Dr. Kraft hatte diese Schrift 2008 im Alter von 88 Jahren herausgebracht, damit seine Forschungsergebnisse nicht ungelesen in den Tiefen der medizinischen Archive verschimmeln. Was ihm gelungen ist.  


Website von Dr. Joseph Kraft http://www.diabetes-epidemic.com 

Video-Interview mit dem 95jährigen Dr. Kraft  https://www.youtube.com/watch?v=w0nV-_ddXoc#t=192

Die Limbach-Gruppe mit Sitz in Heidelberg bietet den Glukosetoleranztest 
mit Insulin an: https://www.limbachgruppe.com/fachbereiche/endokrinologische-diagnostik/





26.05.2016

Das amerikanische Paradox

Sie sind glücklich,
weil sie Speck essen



In der medizinischen Fachzeitschrift "The American Journal of Medecin" erschienen im März 1997 die Ergebnisse einer groß angelegten Ernährungsstudie unter dem Namen "Divergent Trends in obesity and fat intake Patterns: The American Paradox". Die Autoren, Heini und Weinsier, waren von den Ergebnissen ihrer Studie derart aus der Fassung gebracht, dass ihnen hierzu nur der Titel "das amerikanische Paradox" einfiel. Was war geschehen? Obwohl die Kalorienzufuhr der US-Amerikaner zwischen 1980 und 1990 um 4% gesunken war, der Fettkonsum sogar um 11%, hatte sich die Zahl der Fettleibigen in der Bevölkerung um 31% erhöht. Heini und Weinsier meinten, das unerwartete Ergebnis könne sich nur durch Bewegungsmangel erklären lassen. 

Doch auch hier konnte die Wissenschaft keinen positiven Zusammenhang nachweisen. Gerade ältere Menschen treiben heutzutage viel häufiger und intensiver Sport als 1960, als ein joggender 65-jähriger als Exzentriker galt. Trotzdem stieg seitdem der prozentuale Anteil der Typ-2-Diabetiker in Deutschland ab einem Alter von 65 Jahren von etwa 2% auf etwa 25% an und es vervierfachte sich der prozentuale Anteil von Fettleibigen in der deutschen Bevölkerung. 

Tatsächlich hat keine wissenschaftliche Studie je belegen können, dass Überernährung und Bewegungsmangel die epidemiologische Ursache für Fettleibigkeit und Diabetes sind. Trotzdem sind die meisten Ernährungssexperten und Ärzte der festen Überzeugung, man müsse nur weniger Kalorien zu sich nehmen und viel Sport treiben, um dauerhaft schlank zu bleiben und keinen Diabetes zu entwickeln.

Glücklicherweise gibt es aufgeklärte Ärzte und Laien, die nicht dem Trugschluss aufsitzen, dass der menschliche Metabolismus wie eine Dampfmaschine funktioniert. Sie wissen, dass Hormone unseren Stoffwechsel steuern und dass es oft dieselbe hormonelle Störung in der Verwertung von Kohlenhydraten ist, welche zu Fettleibigkeit, metabolischem Syndrom und Typ-2-Diabetes führt. 


Der Teufelskreis:
Hyperinsulinismus und Insulinresistenz

Eine anhaltend hohe Konzentration von Insulin im Blut nennt sich Hyperinsulinismus. Er ist die Folge einer übermäßigen Insulinausschüttung nach dem Essen von stark kohlenhydrathaltigen Nahrungsmitteln (Brot, Teigwaren, Kartoffeln, Reis, Süßspeisen, Obst, Fruchtsäfte, Limonade, Bier…). 

Bei Menschen mit gut funktionierendem Stoffwechsel produziert die Bauchspeicheldrüse gerade soviel Insulin, dass der Blutzuckerspiegel und der Insulinspiegel schnell auf das Normalniveau absinken. 

Bei immer mehr Menschen ist dieser Vorgang gestört; denn bei ihnen schüttet die Bauchspeicheldrüse nach zucker- und stärkereichen Mahlzeiten übermäßig viel Insulin zeitverzögert und längere Zeit aus. Wenn sie jetzt regelmäßig kohlenhydratreiche Mahlzeiten essen, pendelt sich ihr Insulinspiegel auf einem hohen Niveau ein. Hyperinsulinismus ist entstanden.

Die Veranlagung hierzu kann angeboren oder erworben sein. Hyperinsulinismus geht immer mit Übergewicht und erst recht mit Fettleibigkeit einher. Warum?

Ein hoher Insulinspiegel regt die Aktivität des Enzyms Lipoproteinlipase stark an. Dessen Aufgabe besteht darin, die Fette aus der letzten Mahlzeit zu mobilisieren und in Form von Triglyzeriden in den Fettzellen zu speichern, Lypogenese genannt. 

Unsere Leber speichert Glukose als Glykogen, um den Blutzuckerspiegel stabil zu halten. Ist der Glykogenspeicher gefüllt, wandelt die Leber ankommende Glukose in Triglyzeride um, welche nun ebenfalls die Fettzellen füllen.  

Gleichzeitig blockiert ein hoher Insulinspiegel die Aktivität des Enzyms Triglizeridlypase, welches für den Abbau der Fettzellen, die Lipolyse, zuständig ist.

Deswegen setzen Menschen mit Hyperinsulinismus sehr schnell Fett an und es gelingt ihnen mit wachsendem Alter immer seltener, es wieder abzubauen. Menschen mit einem niedrigen Insulinspiegel bleiben dagegen schlank, selbst wenn sie essen wie die Scheunendrescher.

Hyperinsulinismus verschlechtert die Insulinsensibilität der Körperzellen und führt zu Insulinresistenz. Die Insulinrezeptoren der Zellen verweigern sich hierbei dem Insulin und lassen die Glukose nur widerwillig in das Zellinnere ein. Darauf schüttet die Bauchspeicheldrüse noch mehr Insulin aus, um die Glukose in die Zelle zu zwingen, wodurch sich die Insulinresistenz verstärkt, welche wiederum den Hyperinsulinismus verstärkt. 

Ein Teufelskreis hat sich in Gang gesetzt, welcher zuerst zu Übergewicht, dann zum Metabolischen Syndrom (abdominale Adipositas, Fettleber, Insulinresistenz, Hyperinsulinismus, gestörte Glukosetoleranz, Bluthochdruck, überhöhte Blutfettwerte) und irgendwann zu manifestem Diabetes (chronisch überhöhte Blutzuckerwerte) führt.

Die meisten Ärzte ignorieren diese fundamentalen Zusammenhänge zwischen regelmäßigen zucker- und stärkereichen Mahlzeiten, Hyperinsulinismus und Insulinresistenz. Sie ignorieren, dass Typ-2-Diabetes, metabolisches Syndrom und Fettleibigkeit verschiedene Manifestationen derselben Ursache sind. Würden sie sonst ihren Patienten raten, sich sechs mal täglich und zu 50-60% mit Zucker und Stärke zu ernähren?


Die Entwicklung von Fettkonsum und Fettleibigkeit
von 1955-1990 in den USA: der Kosum von Fett
sinkt und Fettleibigkeit steigt.

17.05.2016

Die Diabetes Epidemie, Symptom einer Massenvergiftung

Herzlichen Glückwunsch

Trotz intensiver Suche ist es keinem Diabetesforscher gelungen, Viren oder Bazillen zu entdecken, welche Typ-2-Diabetes verursachen. Mittlerweile breitet sich diese Krankheit derart schnell aus, dass die World Health Organisation von einer weltweiten Diabetesepidemie spricht.



Machen wir uns nichts vor, diese Epidemie ist das Resultat einer Massenvergiftung. Die Menschheit vergiftet sich durch zu viel Zucker in der täglichen Kost. Besonders Zucker-Fett-Kombinationen und zuckerhaltige Getränke sind ein relativ junges Massenphänomen in der Geschichte der Menschheit, gerade einmal 50 Jahre alt.

China ist das beste Beispiel, wie der Übergang von einer traditionellen Ernährungsweise auf die globalisierte Standardernährung, auch "westliche" genannt, Typ-2-Diabetes innerhalb einer Generation explosionsartig erhöht hat. 1980 hatten knapp 1% der Chinesen Typ-2-Diabetes, 2010 hatten es 12,5%. 1980 verzehrte ein Chinese kaum Zucker, heute etwa 35 kg/Jahr. 1980 aßen die Chinesen quasi nie zwischen den 3 täglichen Mahlzeiten, heute knabbern sie ohne Unterlass Snacks aus Zucker mit Fett, den Glücksbringern aus der Fernsehwerbung.     

Weltweit füllen dieselben Halbfertig- und Fertigprodukte der internationalen Nahrungsmittelkonzerne die Regale der Supermärkte. In allen Städten auf allen Erdteilen ernährt sich Homo Sapiens jetzt mit denselben Speisen, welche man nebenher kauft und jederzeit nebenbei verzehrt. Fast immer enthalten sie viel Zucker, viel raffiniertes Mehl oder Kartoffeln zusammen mit denaturierten Fetten und Ölen. Süße Limonaden und Fruchtsäfte, deren Namen jedem Kind geläufig sind, haben die entlegensten Flecken des Globus erobert. 

Viele Menschen scheinen diese globale Standardkost gut zu tolerieren. Dies mag sein. Doch es gilt nicht für diejenigen, deren Körperzellen sich gegen den ständigen Ansturm von Zucker schützen wollen, indem sie eine Resistenz gegen das Hormon Insulin entwickeln. Betroffen hiervon sind immer mehr und immer jüngere Menschen.

Auf Insulinresistenz reagiert die Bauchspeicheldrüse mit einer höheren Insulinproduktion, um den Eintritt von Zucker in die Körperzellen zu erzwingen. Der Insulinspiegel steigt, es entwickelt sich Hyperinsulinismus, welcher wiederum die Insulinresistenz erhöht, welche wiederum den Hyperinsulinismus verstärkt. 

Ein Teufelskreis hat sich in Gang gesetzt, welcher recht bald Leber und Pankreas verfettet, Bauchfett aufbaut, den Blutdruck erhöht, Nervenbahnen und große, kleine und sehr kleine Blutgefäße schädigt. Der ständig zu hohe Insulinspiegel hat oft schon seit vielen Jahren sein Zerstörungswerk begonnen, wenn das Verdikt fällt: "sie haben Diabetes".

Dr. Jason Fung aus Toronto, Leiter einer Klinik zur Behandlung von Diabetes und Adipositas, erklärt diese Zusammenhänge in verständlicher Weise in seinen Vorlesungen, welchen man auf YouTube folgen kann. Er und seine Mitarbeiter schaffen es, stark fettleibige Langzeit-Diabetiker und "hoffnungslose Fälle" nachhaltig zu kurieren. Wie dies? 

Durch eine strikt zucker- und stärkearme, moderat eiweißhaltige, fettreiche Ernährung (LCHF) auf der Basis von naturbelassenen Lebensmitteln in Verbindung mit periodischem Fasten. Sinn und Zweck dieser Maßnahmen besteht darin, sowohl den Zufluss von Zucker in die Blutbahn zu verlangsamen und zu reduzieren, als auch der Bauchspeicheldrüse lange Erholungspausen zu gönnen, in welchen sich der Insulinspiegel absenken kann. Dies geschieht durch lange Zeitabstände zwischen den Mahlzeiten, weswegen Dr. Fung zwei Mahlzeiten täglich innerhalb eines Zeitfensters von 6 Stunden empfiehlt oder in hartnäckigeren Fällen nur eine Mahlzeit pro Tag. In noch hartnäckigeren Fällen verschreibt er eine Fastenkur von 7 Tagen und mehr. Im Grunde eine Lebensweise, welche Homo Sapiens die längste Zeit seines Daseins geführt hat und welche ihm gut tut, statt ihm zu schaden.

Der Erfolg dieser Therapie besteht darin, dass sie den Teufelskreis von Insulinresistenz und Hyperinsulinismus stoppt und umkehrt. Der Blutzuckerspiegel fällt schon nach wenigen Fastentagen und der Umstellung auf eine strikt kohlenhydratarme, fettreiche Ernährung. Dagegen dauert es eine gewisse Zeit, bevor sich die Insulinresistenz wesentlich verbessert.   

"Es gibt nichts Gutes, außer man tut es" hatte Erich Kästner gereimt. Sicherlich in einem anderen Zusammenhang gemeint, passt dies Motto sehr gut, wenn man sich vorgenommen hat, seinen Diabetes und seine Fettleibigkeit los zu werden. 

Der frisch diagnostizierte Typ-2-Diabetiker sollte sich keine Unterstützung von seinem Arzt erwarten. Dieser folgt mit hoher Wahrscheinlichkeit den Leitlinien zur Diabetestherapie der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Eine Therapie, welche schmählich versagt, weil sie nicht die Wurzel des Übels, sondern allein Symptome bekämpft. 

Die Wurzel des Übels heißt Insulinresistenz. Es gibt kein Medikament, welches die Insulinresistenz bei der zucker- und stärkereichen, fettarmen "gesunden Mischkost" und sechs Mahlzeiten täglich verbessern kann, welche die Deutsche Diabetes Gesellschaft propagiert. Auch Metformin, welches dem frisch diagnostizierten Typ-2-Diabetiker als erstes Medikament verabreicht wird, kann hier wenig ausrichten. Auch intensive  sportliche Betätigung kommt nicht gegen die Zuckerflut an, welche ständig in die Blutbahn strömt. Pillen und Insulinspritzen können den fortschreitenden Vergiftungsprozess im besten Fall kaschieren, doch keinesfalls aufhalten.


Nächtlicher Imbiss in Rom

Belegtes Weißbrot in Laos

Frittierte Mehlspeisen und Kartoffelchips in Madagaskar

Currywurst mit Fritten rot-weiß im Ruhrgebiet

Süße Verführung in einer Eisdiele

Kaffeekränzchen mit Damen

Nutellakränzchen mit kleinen Mädchen


Kuchentheke in Tokio

Ein Imbiss in Japan

Straßenszene in den USA






13.05.2016

Diabetes ist nicht gleich Diabetes




Dieser einbeinige Bettler an Krücken, im Jahre 1879 von Marquard Wocher gezeichnet, war gewiss kein Diabetiker. Wahrscheinlich hatte er sein Bein im Krieg verloren, wie so viele Schweizer, die sich als Söldner in den Armeen Europas verdingten. Heutzutage gehen von den jährlich etwa 50.000 Fuß- und  Beinamputationen in deutschen Krankenhäusern mehr als 40.000 auf das Konto von Diabetes. Ein Heer von einbeinigen Diabetikern. Warum sehen wir sie nicht? Sie sterben fast alle innerhalb von 6 Jahren nach der Amputation, nachdem der Hälfte von ihnen zuvor noch das zweite Bein entfernt wurde.      



Wenn Sie ihre Augen schließen und "Diabetiker" sagen, welches Bild sehen Sie vor sich? Ich bin mir ziemlich sicher, da erscheint eine übergewichtige, eher ältere Person. 

In meiner Kindheit, Anfang der 1950 Jahre, war dies ganz anders. Damals besuchte uns ab und an ein spindeldürrer Mann, ein Schulfreund meiner Mutter. Er hatte die eigenartige Eigenschaft, immer eine Aktentasche mit sich zu tragen. Einmal griff er mit zittrigen Händen hinein, holte eine Tafel Traubenzucker heraus und schob sie sich schnell in den Mund. 

"Ach, der arme Diabetiker, es ist so traurig", hörte ich meine Mutter sagen, nachdem sie ihn an die Haustür begleitet hatte. Damals verstand ich nicht, dass er an einer lebensbedrohlichen Krankheit litt, Typ-1-Diabetes. In der Aktentasche hatte er sein Insulinbesteck, Traubenzucker und abgewogene Essensportionen. Er starb wenige Jahre später an Unterzuckerung, wahrscheinlich an einer zu hohen Dosis Insulin, dem Medikament, welches ihm erlaubt hatte, überhaupt das Erwachsenenalter zu erreichen. 

Als ich damals meine Mutter fragte, warum Großvater nie Kuchen mit uns esse, antwortete sie: "dein Großvater hat Alterszucker". Auf die Idee, dass dieser stattliche Mann ein Diabetiker sein könnte, wäre ich im Traum nicht gekommen. 

Den Ausdruck "Alterszucker" kennen wahrscheinlich die jüngeren Leser gar nicht mehr. Diese Krankheit heißt jetzt Typ-2-Diabetes und sie hat sich seit meiner Kindheit von einer seltenen zu einer Volkskrankheit entwickelt. Anfang der 1950er Jahre litten knapp 1% der über 65jährigen Deutschen an Typ-2-Diabetes, vor 50 Jahren etwa 2%, jetzt bald 25%. Tendenz immer noch steigend.

Von den etwa 7 Millionen Diabetikern in ärztlicher Behandlung haben rund 0,4 Millionen Typ-1-Diabetes. Dazu kommen geschätzte 2-3 Millionen nicht diagnostizierte Typ-2-Diabetiker. Im vergangenen Jahr beliefen sich die Aufwendungen der Krankenkassen für die Behandlung von Diabetes und die direkten Folgekrankheiten auf rund 35 Milliarden Euro oder durchschnittlich etwa 5.000,- Euro jährlich pro Diabetiker. 

Warum nur ist unsere Schulmedizin so erfolgreich in der Behandlung von Typ-1-Diabetes und so ungemein erfolglos bei Typ-2-Diabetes?


Eines der ersten Kinder mit Typ-1-Diabetes, welche 
durch das seit 1923 hergestellte Medikament Insulin 
vor dem Verhungern gerettet wurden. Links vor, 
rechts mit Insulintherapie

Tatsächlich handelt es sich um völlig unterschiedliche Krankheiten. Bei Diabetes Typ 1 produziert die Bauchspeicheldrüse kein oder fast kein Insulin, welches unsere Zellen benötigen, um Glukose aufnehmen zu können. Bevor 1923 Hoechst in Frankfurt Insulin aus tierischem Pankreas herstellte, verhungerten die meist jungen Patienten förmlich unter den Augen ihrer Eltern. Erst jetzt konnten die Fachärzte ihre Patienten auf den Weg ins Leben, statt in den Tod begleiten. Bis in die 1980er Jahre immer noch ein steiniger Weg, da der insulinabhängige Diabetiker mangels präziser Blutzucker-Messgeräte in Gefahr schwebte, durch eine Überdosierung in ein tödliches Unterzuckerungskoma zu fallen.    

Die Ursache von Diabetes Typ 2 ist typischerweise Insulinresistenz gepaart mit Hyperinsulinismus, keineswegs Insulinmangel. Eine völlig andere Situation. Bei insulinempfindlichen Menschen braucht es nur kleine Mengen dieses Hormons, um die Glukosemoleküle, welche durch die Verdauung von Kohlenhydraten in die Blutbahn eingeflossen sind, in die Körperzellen zu schleusen. Bei Insulinresistenz ist dieser Vorgang gestört. Die Zellen lassen nur widerwillig Glukose ein, worauf die Bauspeicheldrüse mit mehr Insulin reagiert, um den Eintritt zu erzwingen. Der Insulinspiegel im Blut steigt. Doch je höher der Insulinspiegel, um so mehr wächst im Laufe der Zeit die Insulinresistenz, um so mehr Insulin wird produziert, um so höher der Insulinspiegel… Ein Teufelskreis. 

Unsere "gesunde Mischkost" mit zu viel zucker- und stärkehaltigen Speisen und zuckerhaltigen Getränken führt schnell zu Insulinresistenz und Hyperinsulinismus. Dann verfettet zuerst die Leber, dann die Bauchspeicheldrüse und es baut sich vorzugsweise Fett um die Organe im Bauch auf.

Es steigen der Blutdruck und die Blut-Fettwerte, es bilden sich Ablagerungen in den Arterien. Das Herzinfarktrisiko und das Risiko eines Gehirnschlags steigen. Das gute Zusammenspiel mit anderen Hormonen gerät in Unordnung. Kurzum, es bildet sich ein "metabolisches Syndrom". 

Erst nach Jahren steigt der Nüchternblutzucker und es schießt der Blutzucker nach dem Essen immer mehr in die Höhe. Das verzuckerte Hämoglobin HbA1c, Indikator für den Langzeit-Blutzuckerspiegel, steigt zuerst langsam auf 6%, dann auf 6,5%, auf 7% und dann sehr schnell auf 10% und immer weiter. 

Jetzt erst, nicht selten Jahrzehnte nach Beginn des Teufelskreises, fühlt man sich krank und deprimiert, weil immer schwächer und antriebsloser. Nachts muss man immer häufiger zur Toilette, zuerst 3, dann 4, dann 5 mal. Endlich sucht man den Arzt auf. Er verschreibt eine Blutanalyse und verkündet bald mit besorgter Miene das Urteil: "Sie haben Diabetes." 

So erging es mir und vielen, vielen anderen vor mir. Dabei hätte es gar nicht so weit kommen müssen. Hätte ich nur früher gewusst, was ich heute weiß, dass ich zu den Menschen gehöre, die eine Veranlagung geerbt haben, durch eine zucker- und stärkereiche Ernährung eine Insulinresistenz mit Hyperinsulinismus auszubilden, welche sich im Laufe der Zeit immer weiter verstärkt, bis das Stadium von Diabetes Typ 2 erreicht ist. 

Erfreulicherweise lässt sich dieser Teufelskreis umkehren, und zwar durch eine Umstellung auf eine strikt zucker- und stärkearme, dabei fettreiche, moderat eiweißhaltige Kost aus unverfälschten Lebensmitteln.

Dann sinkt sehr schnell der Blutzuckerspiegel auf ein akzeptables Niveau, irgendwann auch der zu hohe Insulinspiegel. Dadurch kann der Körper endlich seine Fettdepots anzapfen. Zuerst entfettet sich die Leber, dann die Bauchspeicheldrüse. Man verliert Bauchfett und freut sich, den Gürtel enger schnallen zu können. Auch Blutdruck und Blutfettwerte normalisieren sich in erfreulicher Weise. Überhaupt verbessert sich das Zusammenspiel einer ganzen Reihe von Hormonen. Etliche kleinere und größere Zipperlein verschwinden. Man befindet sich auf dem Weg zu einer tiefgreifenden Gesundung. Lebenskraft und Lebensfreude erblühen, mit ihnen die Freude an Bewegung. Mit etwas Glück erwachen prickelnde Frühlingsgefühle selbst im Herbst des Lebens und der Mensch ist wieder Mensch und kein Patient.

Mit dem sinkenden Insulinspiegel verbessert sich die Insulinresistenz. Dies erreicht man am besten mit einer strikt zucker- und stärkearmen, moderat eiweißhaltigen, fettreichen Kost aus unverfälschten Lebensmitteln und langen Pausen zwischen den Mahlzeiten, das heißt maximal 3, besser nur 2 Mahlzeiten täglich. Zwei Fastentage pro Woche oder in periodischen Abständen eine Fastenwoche wirken wahre Wunder. Hält man sich an diese Regeln, setzt recht schnell ein tiefgreifender Heilungsprozeß ein. Der Diabetes verschwindet. 

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft vertritt genau die entgegengesetzte Ernährungsweise: Mahlzeiten mit viel Zucker und Stärke, moderat Eiweiß und wenig Fett, aufgeteilt in täglich 3 Haupt- und 3 Zwischenmahlzeiten.

Damit besteht keine Chance auf eine Verbesserung der Insulinresistenz. Die Diabetikerkarriere beginnt mit Metformin, dann folgen Medikamenten zur Steigerung der eigenen Insulinproduktion, irgendwann beginnt die Therapie mit Fremdinsulin. Die Dosierungen steigen und mit ihr die Insulinresistenz. Der alte Teufelskreis dreht sich immer schneller. Die Konsequenz: trotz akzeptabler Blutzuckerwerte erhöhen sich die Risiken von Nervenschädigungen, Durchblutungsstörungen, Fuß- und Beinamputationen, Blindheit, Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen …

Der Diabetes hat sich zu einer chronischen, fortschreitenden Krankheit entwickelt. Der Mensch ist nun Dauerpatient.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.









05.07.2015

Diagnose Diabetes - 1 Jahr danach


Meine Lebensenergie schrumpfte zusehends in diesem Jahr, ich fühlte mich hinfällig und schlapp. So hatte ich mir mit 67 Jahren den Ruhestand nicht vorgestellt. Ich suchte meinen Arzt auf und bat ihn um ein Rezept für eine Blutanalyse.  

Nun hielt ich den Brief vom Labor in der Hand, öffnete den Umschlag und las: Nüchtern-Blutzucker 450 mg/dl. Es traf mich wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Diabetes! Mein Vater hatte seit seinem 60. Lebensjahr Insulin gespritzt, häufig an Unterzuckerung gelitten und während der letzten Lebensjahre kaum mehr als 20 Schritte gehen können, bevor ihn heftige Schmerzen in den Beinen zwangen sich zu setzen. Folgen des Diabetes. Mein Bruder trug während seiner zehn letzten Lebensjahre eine Insulinpumpe, war regelmäßig in einer Diabetesklinik in Behandlung, litt unter offenen Wunden an den Füßen, ein Fuß musste amputiert werden. Folgen des Diabetes. 

Panik stieg in mir auf. Was tun? 

Zuerst einmal meldete ich mich bei einem Endokrinologen an, erhielt einen Termin in zehn Tagen. Ich öffnete die Website der Deutschen Diabetes Gesellschaft, las Praxisempfehlungen und Leitlinien. Da stand klar und deutlich: "Typ-2-Diabetes ist eine chronische, proregiente Erkrankung, die durch vererbte und erworbene Insulinresistenz charakterisiert ist." 

Einmal Diabetes, immer Diabetes und noch dazu fortschreitend. Deprimierende Aussichten.

Glücklicherweise stieß ich auf das PDF-Dokument des Buches "Leben ohne Brot" des österreichischen Internisten Wolfgang Lutz. Sogleich war ich von dem, was ich da las, völlig gefesselt, erfuhr Zusammenhänge im Spiel der Hormondrüsen, von denen ich nichts geahnt hatte. Am nächsten Tag kaufte ich ein Blutzucker-Meßgerät und stellte meine Ernährungsweise, wie empfohlen, auf kohlenhydratarm und fettreich um. Etwas später kaufte ich mir die Schrift von Dr. Lutz als Buch und habe es oft konsultiert, um mir die komplexen Zusammenhänge im Zusammenspiel der Hormone wieder vor Augen zu führen.

Innerhalb von 3 Tagen sank mein Nüchtern-Blutzucker von 450 mg/dl auf unter 200 mg/dl. Euphorisch stürzte ich mich in einen Selbstversuch, aß zu diesem Zweck das Musterfrühstück für Typ-2-Diabetiker nach den VIS-Leitlinien des bayrischen Staatsministeriums für Umwelt- und Verbraucherschutz: 1 Mehrkornsemmel, 1 Scheibe Knäckebrot, 8 g Streichfett, 1 Scheibe Edamer 30% F. i. Tr., 1 Gurke, 1 Teelöffel Erdbeerkonfitüre. Das Ergebnis: Blutzucker vor dem Frühstück 180 mg/dl, eine Stunde danach 285 mg/dl, zwei Stunden danach immer noch 280 mg/dl.

Am folgenden Tag aß ich ein "englisches Frühstück": Rührei von 3 großen Eiern in viel Butter angemacht, dazu 3 Streifen Frühstücksspeck. Das Ergebnis: Blutzucker vor dem Frühstück 180 mg/dl, eine Stunde danach 190 mg/dl, zwei Stunden danach 180 mg/dl. 

Ein niederschmetterndes Ergebnis für das bayrische Diabetikerfrühstück, ein haushoher Sieg für das englische Frühstück. Ich kehrte zurück zur strikt kohlenhydratarmen und fettreichen Kost.


Der Diabetes geht zurück

Eine Woche später lernte ich den Endokrinologen kennen, welcher zur Begrüßung meinen Blutzucker kontrollierte: 150 mg/dl am frühen Nachmittag, etwa eine Stunde nach dem Mittagessen. Er war sichtlich überrascht, hatte er doch nach Erhalt der Laborwerte gedacht, mich per Insulinspritze therapieren zu müssen. 

Ich berichtete ihm, wie ich meine Ernährungsweise umgestellt hatte, worauf er meinte: "machen Sie erst einmal so weiter, wir werden sehen, wie sich die Dinge entwickeln." Wir vereinbarten, dass ich ihn ab jetzt im Abstand von 4 Monaten und jedesmal mit einer aktuellen Blutanalyse aufsuchen werde. Er verschrieb mir Metformin, welches ich bald absetzte, weil es heftige Bauchkrämpfe verursachte.   

Nach 2 Wochen war der Nüchtern-Blutzucker auf ca. 150 mg/dl, nach 8 Wochen das erste Mal auf unter 120 mg/dl, nach zehn Monaten ständig auf unter 120 mg/dl, nach einem Jahr auf unter 110 mg/dl gesunken. 

Wichtiger als der Nüchtern-Blutzuckerspiegel, erklärte mein Endokrinologe, sei der prozentuelle Anteil des Glykohämoglobins HbA1c am Gesamt-Hämoglobin. Er gebe Auskunft über die Blutzuckerwerte der letzten 3 Monate und solle möglichst unter 7% liegen.   

Nach 4 Monaten LCHF war mein HbA1c-Wert von katastrophalen 13,6% auf 7,7%, nach 8 Monaten auf 6,5% und nach einem Jahr auf erfreuliche 6,0% gesunken. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die nächste Blutanalyse einen HbA1c-Wert von weniger als 6% zeigen wird.

Meine Fettleibigkeit ist deutlich geschrumpft, minus 25 cm Bauchumfang. Mein Blutdruck sank von zu hohen 160/90 sehr schnell auf 125/70. Meine Blutfettwerte sind exzellent, die Leberwerte in der Norm, die Nierenfunktion gut, keine Netzhautablösung, keine Durchblutungsstörungen. In den ersten 2 Monaten nahm ich zu, im 3. und 4. Monat wieder auf mein Ausgangsgewicht ab. Seitdem nehme ich langsam und stetig ab.  

Meine Lebensenergie hat sich spektakulär verbessert. Von erschöpft und passiv habe ich mich im vergangenen Jahr zu fit und aktiv gewandelt. Muskelstärke und körperliche Ausdauer sind spürbar gewachsen. Ich bin geistig wach, ausgeglichen und heiter.    

Ich mache nun Fahrradausflüge von 50 km ohne zu ermüden, wogegen ich mich vor einem Jahr schon nach 5 km erschöpft fühlte. Ich schlafe besser, schnarche nicht mehr. Ich konnte förmlich spüren, wie meine Paradontitis verschwand und mein Zahnfleisch gesundete. Vielleicht das spektakulärste Ereignis. Meine schon vor 45 Jahren diagnostizierte Schilddrüsen-Unterfunktion hat sich etwas verbessert. 

Meine Haut ist fester und straffer, meine Haare glänzen wieder. Das Ödem und die Schmerzen unter den Kniegelenken sind verschwunden. Meine zu große Leber ist spürbar geschrumpft, ebenfalls die zu große Prostata. Die Hämorriden sind verschwunden. Meine Verdauung ist nun regelmäßig und angenehm ruhig. Keine Blähungen, kein Durchfall und keine Verstopfung mehr.

Meine Stimme ist fester und klingt jünger, der Tonumfang ist wieder wie in jungen Jahren. Singen und Tanzen machen wieder Freude. 

Das Leben meint es gut mit mir. Was will ich mehr?


Was ist Typ-2-Diabetes?

Als Diabetiker gilt jemand, dessen Nüchtern-Blutzucker 125 mg/dl übersteigt, dessen Blutzucker nach Hauptmahlzeiten oft über 200 mg/dl hoch schnellt und dessen Glykohämoglobin HbA1c mehr als 6,5% des Gesamthämoglobins beträgt. Über 90% der Diabeteserkrankungen sind vom Typ 2. Dieser entsteht nach Dr. Lutz durch Insulinresistenz in Verbindung mit einer zucker- und stärkereichen Ernährung . 

Das von der Bauchspeicheldrüse produzierte Hormon Insulin bewirkt bei insulinempfindlichen Menschen, dass die Glukosemoleküle, welche durch die Verdauung der kohlenhydrathaltigen Nahrung ins Blut gelangt sind, mit wenig Insulin in die Körperzellen eintreten, wo sie als Energielieferant dienen. Bei Insulinresistenz ist dieser Vorgang gestört. Den Körperzellen fehlen Insulinrezeptoren, weswegen sie nur widerwillig Glukose einlassen. Die Glukose verbleibt im Blut, worauf die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin ausschüttet, um sie in die Zellen zu zwingen. Der Insulinspiegel steigt. Je höher der Insulinspiegel, um so mehr wächst im Laufe der Zeit die Insulinresistenz, um so mehr Insulin wird produziert… Ein Teufelskreis. 

Heute weiß ich, dass dies böse Spiel schon vor etwa 50 Jahren bei mir eingesetzt hatte, schon damals mein Blutzuckerspiegel anormal stark schwankte, mein Insulinspiegel wahrscheinlich schon zu hoch war. Dies erklärt meine Müdigkeitsanfälle nach dem Mittagessen, den ewigen Kampf, den ich gegen Übergewicht führen musste und ab meinem 45. Lebensjahr trotz fettarmer "gesunder Mischkost" und diversen Hungerkuren unter ärztlicher Aufsicht verloren hatte. 

Mit der kohlenhydratarmen, fettreichen Ernährung hat sich die Situation grundlegend geändert. Mein Blutzuckerspiegel ist am höchsten, wenn in den frühen Morgenstunden die Leber vermehrt Glukose bildet und in den Blutkreislauf ausstößt. Doch im Unterschied zu früher steigt er nach den Mahlzeiten kaum an, sondern fällt langsam bis zum späten Nachmittag auf derzeit ca. 90 mg/dl ab. 

Ich erfuhr am eigenen Leibe, wie tiefgreifend unsere Ernährungsweise auf vielfältige, hormonell gesteuerte Stoffwechselfunktionen einwirkt. Ich verstand, dass die  Behandlung von Typ-2-Diabetes nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Blutzuckerregulierung geschehen darf, wie dies bei meinem Vater und Bruder der Fall war.  


Gesunder Menschenverstand      

Typ-2-Diabetes trat noch vor 100 Jahren sehr selten in Europa auf. Hausärzte, deren Patienten aus dem "einfachen Volk" stammten, hatten nicht selten keinen einzigen zuckerkranken Patienten behandelt, wenn sie in Pension gingen. Vor 50 Jahren hatten schon etwa 2% der deutschen Rentner Diabetes, heutzutage sind es 20% und mehr, davon besonders betroffen die "einfachen" Leute. Vor 100 Jahren waren in der Hauptsache die "gebildeten" Reichen Diabetiker, heute sind es die "ungebildeten" Armen. "Macht Dummheit dick und zuckerkrank?" titelte daraufhin eine berliner Zeitung. Der bayrische Ministerpräsident wusste die Antwort: "mit mehr Bildung gegen Übergewicht und Diabetes". 

Offensichtlich ist es nicht jedermanns Sache, zwischen Korrelation und Kausalität unterscheiden zu können. 

Obwohl es vor 100 Jahren noch kein Fremdinsulin gab, gelang es den damaligen Internisten durchaus, den Diabetes ihrer Patienten zu behandeln: durch eine kohlenhydratarme und fettreiche Ernährung mit unverfälschten Lebensmitteln. Ich erinnere mich noch gut daran, dass mein Grossvater bis zu seinem Tode 1957 seine Zuckerkrankheit -so nannte man damals Diabetes- und seine Leibesfülle allein mit einer kohlenhydratarmen und fettreichen Kost voll im Griff hatte. 

Er verbrachte seine Tage im Garten, rauchte Zigarre und hielt nichts von Sport. Sonntags spazierte er mit seinen Enkelkindern gemächlich bis zum Waldgasthof, wo er sich gern Sauerkraut mit Schweinebauch und einen Schoppen Moselwein bestellte, am Nachmittag mit seinen Sangesbrüdern "am Brunnen vor dem Tore" anstimmte, was wir Kinder echt peinlich fanden.

Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung schreibt zum Thema Ernährung: "früher, als die Therapiemöglichkeiten der Diabetiker noch nicht so flexibel waren wie heute, gab es eine spezielle Diabetesdiät. Diese gibt es heute nicht mehr. Die Ernährung der Diabetiker sollte eine gesunde Mischkost sein, so wie sie jeder Mensch essen sollte. Der einzige Unterschied besteht für Typ-2-Diabetiker darin, dass sie wegen ihres meist bestehenden Übergewichts auf den Kaloriengehalt achten sollen. Beim Kochen sollte die verwendete Fettmenge möglichst gering ausfallen und andere fettreiche Lebensmittel sollten nur in geringer Menge eingesetzt werden. Eine fleischarme Ernährung mit viel Gemüse, Salat und Vollkornprodukten ist sinnvoll." 

Die meisten Diabetes-Fachgesellschaften, so auch das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung, empfehlen Diabetikern 50-60% ihrer Nahrung in Form von Kohlenhydraten zu sich zu nehmen. Befremdlich, wenn man bedenkt, dass Typ-2-Diabetes die Folge eines stark gestörten Kohlenhydrat-Stoffwechsels ist. 

Alle Kohlenhydrate, auch diejenigen aus Vollkornprodukten, auch die mit niedrigem glykämischen Index, treten nach ihrer Verdauung als Glukose in den Blutkreislauf ein. Weil meine Körperzellen insulinresistent sind, steigt mein Blutzuckerspiegel stark an und verharrt lange Zeit auf zu hohem Niveau, obwohl meine Bauchspeicheldrüse immer noch viel Insulin ausschüttet. Ich wurde fettleibig und diabetisch, weil ich viele Jahre lang mehr Kohlenhydrate gegessen hatte, als mein gestörter Stoffwechsel tolerierte. Die fettarme "gesunde Mischkost" aus 50% und mehr Kohlenhydraten, welche mir meine Ärzte ausnahmslos empfohlen hatten, war für mich reines Gift gewesen.


Fett ist gesund

Der amerikanische Arzt und Forscher Weston A. Price hatte schon in den 1930er Jahren belegt, dass diejenigen Völker einen ausgezeichneten Gesundheitszustand haben, welche sich traditionell von naturbelassenen Lebensmitteln und tierischem Fett ernähren. Fettleibigkeit und Diabetes kennen sie kaum. Sobald sie unsere Ernährungsweise mit viel Zucker, viel raffiniertem Mehl und süßen Getränken übernehmen, breiten sich Zahnkrankheiten, Fettleibigkeit, Diabetes, Herzkrankheiten, Krebs und Demenz epidemisch unter ihnen aus. 

Wenn ich mich zur Hauptsache von Kohlenhydraten ernähre, wie es bei unserer "gesunden Mischkost" der Fall ist, nutzen meine Körperzellen Glukose als Energiequelle. Wenn ich einige Tage lang gefastet habe oder mich zur Hauptsache von Fett ernähre, dabei sehr wenig Kohlenhydrate zu mir nehme, produziert die Leber Ketonkörper. Nach einer gewissen Umstellungsphase nutzen meine Körperzellen, insbesonders mein Gehirn, diese sehr gern als Energielieferanten. Im Unterschied zur Glukose benötigen Ketonkörper kein Insulin, um in die Zellen und die Mitochondrien zu gelangen.


Im täglichen Leben

Es fiel mir leicht, den Zuckeranteil in meiner Kost auf ein Minimum zu reduzieren; denn Süßspeisen, Gebäck und Süßgetränke hatten mich nie angezogen. Der Verzicht auf Brot, Kartoffeln, Reis und Nudeln fiel mir nicht leicht; denn sie hatten die Basis meiner Ernährung gebildet und ich wusste während der ersten Woche kaum, was ich stattdessen essen sollte. Am schwersten fiel es mir, ausreichend Fett zu essen, das musste ich bewusst lernen. Erst als ich einen außergewöhnlich hohen Nüchtern-Blutzuckerspiegel maß, nachdem ich am Vorabend sehr viel Meeresfrüchte gegessen hatte, begriff ich, dass ich Eiweiß nicht unbeschränkt zu mir nehmen darf. Seitdem esse ich relativ kleine Portionen an Fleisch und Fisch, immer von Butter oder einer fetten Soße begleitet. 

Mittlerweile ist mir die ketogene Küche in Fleisch und Blut übergegangen. Es ist eine wohlschmeckende, abwechslungsreiche Kost, für welche ich überraschend wenig Zeit und Mühe aufwende. Der Diabetes ist verschwunden, Lebenskraft und Lebensfreude sind wieder in mein Leben getreten. 

Ich bin mir bewusst, dass mein Stoffwechsel sofort wieder entgleist, sollte ich zur kohlenhydratreichen Kost zurückkehren. Die Insulinresistenz mag sich verbessert haben, doch sie ist nicht verschwunden.

Kürzlich traf ich Beate, eine deutsche Freundin, bei welcher im vorletzten Jahr ebenfalls Typ-2-Diabetes diagnostiziert wurde. Sie folgt genau den Vorschriften und der Therapie ihres Diabetologen: Mischkost auf Kohlenhydratbasis, viel Vollkornprodukte, täglich fünf Portionen Obst und Gemüse, sehr wenig Fett und wenig Fleisch, aufgeteilt in drei Haupt- und drei Zwischenmahlzeiten zu festgelegten Zeiten mit maximal 1500 Kalorien täglich. Morgens, mittags und abends eine Insulininjektion nach Messen des Blutzuckers, dazu Tabletten zur Senkung des Blutdrucks und des Cholesterins, tägliches Fitnesstraining, tägliche Gewichtskontrolle. 

All dies beschäftige sie den lieben, langen Tag. Glücklicherweise sei sie in Rente, lebe allein und seien die Kinder schon lange aus dem Haus, so dass sie sich nur um sich selbst kümmern müsse. Trotz aller Mühen sei ihr Langzeitblutzucker HbA1c immer noch zu hoch. Immer wieder gerate sie in Unterzuckerung, obwohl sie alles richtig mache. Statt abzunehmen habe sie einige Kilo zugelegt. Es sei zum Verzweifeln, ihre Gedanken drehen sich nur noch um Abnehmen und Diabetes.

Ich habe ihr von meiner Ernährungsumstellung berichtet: dass ich mir in der Regel nur mittags und abends eine Mahlzeit zubereite, morgens oft noch keinen Appetit habe, keine Kalorien zähle, kein Fitnesstraining betreibe und trotzdem abnehme, keine Medikamente einnehme, Unterzuckerung nie erlebt habe und der Diabetes verschwunden sei.  

Ob denn das viele Fett nicht schrecklich ungesund sei, meinte sie.  


Der Kreis schließt sich

"Ach Beate, nicht Fett, sondern deine Fettangst sind für dich ungesund." Dies zu sagen, habe ich mir wohlweislich verkniffen, kommt es doch der Aufforderung zu Apostasie gleich. 

Wie gut es doch die Schafe auf der Weide haben, welche mich anblöken, wenn ich ins Dorf radle. Ihr Tisch ist immer gedeckt. Im Gegensatz zu den halbblinden Pudeln meiner Nachbarin leiden sie nicht an Diabetes.

Vor 12 Jahren habe ich mich in der Nähe des kleinen Seebads Montalivet niedergelassen. Von Atlantik und Gironde umspült, ist die Halbinsel Médoc eine dieser stillen und lieblichen Landschaften Südwestfrankreichs, in welchen das "gute Essen" zum täglichen Ritual der Eingeborenen gehört. Das sind keine komplizierten Gerichte aus teuren Zutaten. Es ist eine traditionelle Küche mit reichlich Butter, Gänse- und Entenfett, Gartengemüsen, mit fettem Fleisch, mit Innereien, mit Fisch und Käse. Auch an Werktagen nimmt man sich hier mindestens zwei Stunden Zeit für die Mittagsmahlzeit, zu welcher selbstverständlich ein Glas lokaler Rotwein gehört. Abends gibt es oft nur Salat und Gemüsesuppe. 

In meiner westfälischen Heimat sind jetzt etwa 25% der 70jährigen von Diabetes betroffen. Hier im Médoc seien es sehr viel weniger, sagte mir mein Arzt.

So war es auch in meiner Heimatstadt, als mich vor 60 Jahren mein Großvater sonntags zum Waldgasthof mitnahm, wo er Sauerkraut mit Schweinebauch bei einem Römer Moselwein genoss. Er war damals so alt wie jetzt ich. Jetzt habe ich meine Zuckerkrankheit mit derselben Methode im Griff wie damals er: wohlschmeckende Mahlzeiten mit reichlich Fett und sehr wenig Zucker und Stärke. 

So schließt sich der Kreis.



Links

Dr. Andreas Eenfeldt: LCHF for beginners. Grundlegende und umfangreiche Informationen in Englisch über die kohlenhydratarme und fettreiche Ernährung. Erfahrungsberichte von Menschen, die ihren Diabetes damit geheilt haben.
http://www.dietdoctor.com

Barry Groves: Die ewige Liebe der Menschheit zum Fett - eine historische Perspektive. Ein aufschlussreicher und humorvoller Aufsatz aus dem Englischen.
http://www.second-opinions.co.uk/liebe-fett.html#.VZk9Hesi9hA 

Dr. Wolfgang Lutz: Leben ohne Brot, die wissenschaftlichen Grundlagen der kohlenhydratarmen Ernährung. Für Diabetiker ist das Kapitel "Kohlenhydrate und Diabetes" auf den Seiten 58 - 67 besonders lesenswert.
http://79.170.40.49/watercar.ch/gesundheit/Lutz,Wolfgang-Leben_ohne_Brot(1985,271S.).pdf

LCHF-Grundschule von Margret Ache und Iris Jansen: nach meinem Empfinden ein perfekte Anleitung, wie eine Umstellung auf eine kohlenhydratarme und fettreiche Ernährung gelingen kann 
http://www.lchf-deutschland.de/wp/wp-content/uploads/2015/01/LCHF_Grundschule.pdf 

LCHF-Ernährung, LCHF-Kurse, Rezepte, umfangreiche Linkliste auf der Website von Margret Ache und Iris Jansen: http://www.lchf-deutschland.de

Jürgen Wildhardt: die Zusammenhänge von LCHF in einer klaren, verständlichen Sprache www.lowcarb-coach.de 

LCHF-Ernährung, Kurse, Rezepte auf der Website von Nadja Polzin
blog.foodlinx.de

Auf den Websites der großen Diabetesorganisationen www.diabetesde.org und www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de sucht man vergebens nach einem Hinweis auf die Vorzüge einer kohlenhydratarmen Ernährungsweise für Diabetiker. Dasselbe gilt für die staatlich finanzierten Diabetes-Forschungsanstalten, beispielsweise http://www.dzd-ev.de 
All diese Organisationen vertreten den Standpunkt, dass Typ-2-Diabetiker 50-60% ihrer Nahrung aus Kohlenhydraten bestreiten sollen und tierisches Fett strikt vermeiden sollen.


Meine Lebensmittel

Meine Lebensmittel kaufe ich auf dem Markt ein. Hier finde ich alles, was mein Herz begehrt. Ein Bummel und Einkauf auf dem Zentralmarkt von Royan ist ein Fest der Sinne. Die Markthalle bildet den Mittelpunkt der Stadt (nicht die Kirche, nicht ein Bankgebäude, nicht das Rathaus) und gehört zu den Meisterwerken der Architektur der 1950er Jahre.

Die angebotenen Gemüse und Salate stammen hauptsächlich aus lokalem Anbau. Fische und Meeresfrüchte sind fangfrisch. Fleisch stammt von Weidetieren aus der Region. Selbst mein Schweinefleisch stammt von Tieren, welche unter freiem Himmel gelebt hatten. Das Fleisch von Lämmern und Schafen, welche auf den Salzwiesen an der Küste grasen, ist von exquisitem Geschmack. Dazu gibt es Freilandgeflügel, Fett und Pasteten von Enten und Gänsen. 

Rohmilchbutter von Weidekühen der Region gibt es ungesalzen, leicht gesalzen oder mit grobem Salz versetzt. Rohmilchquark gibt es mit 40% oder 30% Fettgehalt. Die Rohmilchsahne hat 40% Fettgehalt. Ein Genuss. Die Auswahl an Rohmilchkäse von Kühen, Ziegen, Schafen ist überwältigend. Eier stammen von freilaufenden Hühnern.  

Unglaublich aber wahr, für diese unverfälschten, wohlschmeckenden Lebensmittel gebe ich nicht mehr Geld aus, als zu Zeiten, als ich mich "normal" ernährte und im Supermarkt einkaufte. 


Auf der Fähre über die Gironde
von Le Verdon nach Royan


Die Markthalle in Royan














Zum Abschluss ein Glas 
Rotwein auf der Terrasse der Marktbar



Daheim bereite ich mir, wie so oft, ein Tajine. 
Ein unkompliziertes Gericht mit viel Gemüse, 
wenig Kohlenhydraten, moderat Eiweiß und viel Fett.
Sättigend und wohlschmeckend.




Wenn Sie mit mir in Kontakt treten möchten:
franklinnhoff(at)gmail.com